Griechenland Rundreise

Rundreise Griechenland – Griechenland, in Südosteuropa gelegen, gehört mit seinen landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten zu den Top-Reisezielen für Touristen. Ein Urlaub in Griechenland ist vor allem im Rahmen einer geführten Studienreise oder einer selbstorganisierten Rundreise beliebt. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten. Die griechischen Inseln können Urlauber per Insel-Hopping kennenlernen oder das griechische Festland auf einer Rundreise entdecken. Was das Festland betrifft, so ist der Peloponnes, die Halbinsel im Süden Griechenlands, besonders interessant. Hier sollte die Studienreise oder Rundreise mit einem Flug zum Flughafen Araxos bei Patras, im Nordwesten des Peloponnes, beginnen.

Von Patras nach Delphi bis nach Athen – Das Stadtbild Patras wird bestimmt durch die ausgedehnten Hafenanlagen und die im Osten aufragende Akropolis mit einer von den Byzantinern im 6. Jahrhundert errichteten und von den Kreuzfahrern im 13. Jahrhundert ausgebauten Burg. Südwestlich unterhalb der Akropolis befindet sich ein römisches Odeion. Sehenswert sind auch das Apollon-Theater, die Quelle der Demeter und das Archäologische Museum. Von Patras aus erfolgt die Überfahrt auf das griechische Festland nach Delphi, auf der E65 nach rund 100 Kilometern am Golf von Korinth entlang. Die Stadt Delphi war im antiken Griechenland vor allem für ihr Orakel bekannt. Die landschaftliche Schönheit des Ausgrabungsgeländes, das sich über 300 Höhenmeter am Hang erstreckt, ist die Hauptattraktion in Delphi. Sehenswert sind die Überreste des Apollon-Tempels, das Schatzhaus der Athener, der Tholos im Heiligtum der Athena Pronaia und das Theater, das 5000 Zuschauern Platz bot und in dem die pythischen Spiele stattfanden. Von Delphi gelangt man Richtung Osten nach rund 150 Kilometern in die Hauptstadt Athen. Sehenswert sind die Akademie von Athen, die Ausstellungshalle Zappeion, der Syntagma-Platz vor dem Parlamentsgebäude, die Nationalbibliothek, die Agora mit dem Hephaisteion, das Odeon des Herodes Atticus, die Römische Agora mit dem Turm der Winde, das Dionysostheater, die Ruinen des Olympieions, das Panathinaiko-Stadion, das Philopapposdenkmal und die Akropolis.

Von Athen nach Epidauros, Tolo und Sparta – Von Athen führt die Rundreise Richtung Südwesten über den Golf von Korinth zurück auf den Peloponnes. Hier sollte man sich Richtung Süden halten. Nach rund 50 Kilometern erreicht man Epidauros, die antike Kultstätte für den Heilgott Asklepios in Griechenland. In dem imposanten guterhaltenen Theater fanden in der Antike die Panhellenischen Spiele statt. Vom Theater hat man einen grandiosen Blick auf die Berge der Argolis. Weiterhin sehenswert sind die Überreste des Abaton, der Tempel des Asklepios, der Tholos mit seinen 26 dorischen Säulen, das Stadion und das Gymnasion mit dem römischen Odeon in der Mitte. Auf dem Weg nach Sparta kann man in dem kleinen Badeort Tolo einen ganztägigen Aufenthalt einlegen und entspannen. Weiter südlich nach rund 100 Kilometern erreicht man Sparta am Taygetos-Gebirge. Die dortige Ausgrabungsstätte ist unscheinbar, die meisten Touristen zieht es eher ins naheliegende Mystras, die byzantinische Ruinenstadt. Erhalten geblieben sind dort einige Kirchen mit farbintensiven Wandmalereien und die Kirche des ehemaligen Periblebtos-Klosters. Die Kirche befindet sich in einer Felsgrotte und ist mit byzantinischen Fresken geschmückt. Von der Metropolis, der Hauptkirche, hat man einen fanstastischen Blick ins Land bis Sparta. Wanderer können die Kambos-Schlucht im nahen Taygetos-Gebirge erkunden. Die vierstündige Rundwanderung führt von Kendro zu der kleinen Kirche Profitis Ilías, dann hinunter in die Schlucht. Der Rückweg erfolgt über die Straße am oberen Schluchtrand.

Von Monemvasia nah Kalamata und Olympia – Von Sparta geht es weiter südlich auf die Lakonische Halbinsel, nach Monemvasia. Die mittelalterliche Burgenstadt mit ihren verwinkelten Gassen und schmucken Innenhöfen liegt malerisch an der seewärtigen Seite eines riesigen Felsens von 300 Metern Höhe und 1,8 Kilometern Länge. Geht man zu Fuß in den Felsen hinein hoch in die Oberstadt erschließt sich ein schöner Blick auf die Unterstadt und das Meer. Mediterran und fast italienisch mutet die Stadt Kalamata, das antike Pharai, an, rund 150 Kilometer von Monemvasia entfernt, Richtung Westen. Gegenüber der Bucht von Kalamata befinden sich einige schöne Strände, wo man ein wenig Sonne tanken kann. Von dort geht es weiter die Küste entlang, Richtung Norden, nach Olympia, dem Heiligtum des Zeus. In der Antike war Olympia der Austragungsort der Olympischen Spiele in Griechenland. Sehenswert sind die Überreste des Heratempels und des Zeustempels, die Werkstatt des Phidias, das Stadion und Reste weiterer zahlreicher Bauten. Von Olympia geht es zurück nach Patras, wo die Reise endet.

Epochen griechischer Geschichte:

Früh- und mittelhelladische Periode (bis 1600 v. Chr.) – Aus der frühhelladischen Epoche sind auf dem Festland, besonders in Thessalien, zahlreiche Spuren erhalten geblieben. Am bekanntesten sind die Sesklo- und die etwas jüngere Dimini-Kultur, benannt nach ihren Fundorten. Typisch für Dimini ist die Bandkeramik, die die Darstellung von Spiralen und Mäandern bevorzugt, eine Darstellung, die sich bald in ganz Griechenland durchsetzt. In der folgenden mittelhelladischen Epoche entstehen die ersten befestigten Paläste in Griechenland.

Mykenische Periode (1500 – 1100 v. Chr.)
Die mykenische Kultur ist eine der fruchtbarsten Kunstepochen, die Griechenland jemals erlebte. Sie lehnt sich, vor allem in der Malerei und Skulptur, besonders eng an die große minoische Kultur Kretas an. Diese strahlt um die Mitte des zweiten Jahrtausends, nachdem Achäer Kreta in Besitz genommen haben, auf den Peloponnes aus, wo die Achäer die mykenische Kultur schaffen und sie auch dem übrigen Griechenland vermitteln. Die mächtigen Burgen von Mykenä und Tiryns, das berühmte Löwentor in Mykenä und viele großartige Kuppelgräber sind bleibende Zeugnisse dieser hohen Kultur. Vom mykenischen Palast von Theben (1450-1350 v. Chr.) ist dagegen kaum noch etwas erhalten.

Geometrische Periode (1150-700 v. Chr.)
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts v. Chr. wird die mykenische Kultur Griechenlands von aus dem Norden (Epirus und Makedonien) kommenden, auf den Peloponnes vordringenden und die Achäer vertreibenden Stämmen vernichtet (Dorische Wanderung). Bald entsteht eine neue, nunmehr rein griechische Kunst, die zunächst ausschließlich ornamentalen Charakter hat und nur einfache Linien und Formen verwendet. Bedeutend ist vor allem die Vasenmalerei, bei der um 750 v. Chr. die ersten bildlichen Darstellungen auftreten. Langsam setzt sich auch die plastische Personendarstellung durch. Von der Architektur dieser Epoche ist so wenig erhalten, dass man sich kaum eine Vorstellung von ihr machen kann.

Archaische Periode (700-480 v. Chr.)
Um 700 v. Chr. führt die Ausweitung der Handelsbeziehungen mit dem Orient eine neue Entwicklung in der Kunst herbei. Die Stilisierung weicht, allmählich setzt sich die Großplastik durch.Im 6. Jahrhundert erreicht die archaische Kunst ihren Höhepunkt. Auf dem Gebiet der Skulptur zeigt das Athener Nationalmuseum u. a. den „Kuros von Anavyssos“ (um 530 v. Chr.), das Akropolismuseum zahlreiche Koren (Jungmädchengestalten) und das Museum von Delphi die hervorragende Gruppe „Kleobis und Biton“ (610-580 v. Chr.) sowie die „Sphinx der Naxier“. Im Tempelbau Griechenlands vereinigen sich Architektur und Bildhauerkunst. Gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. werden die ersten Steintempel (anfangs noch mit Holzsäulen) erbaut. Zu erwähnen sind ferner die frühen Schatzhäuser von Delphi. Auf dem Festland entwickelt sich die dorische Säulenordnung. Auch die Vasenmalerei vervollkommnet sich, vor allem in Attika. Die Zahl der Motive wächst, und die schwarzen Figuren heben sich lebensvoll von dem natürlichen roten Untergrund ab. Am Ende dieser Epoche zeigt sich eine gewisse Eleganz der Figuren, ein verfeinerter Stil, der jedoch in der folgenden, durch den Ernst der Perserkriege bestimmten Periode bald wieder verschwindet.

Frühklassische Periode (strenger Stil; 480-450 v Chr.) Diese kurze, in sich geschlossene Epoche drückt sich am deutlichsten in der Plastik aus, deren unvergängliche Werke ein ganz neues Verständnis für das Wesen des Menschen zeigen. Kopf-, Körper-, Arm- und Beinhaltung werden der Natur abgesehen und nicht mehr in ein traditionelles Schema gepresst. In dieser Zeit entstehen u. a. der berühmte „Diskuswerfer“ und „Faustkämpfer“ des Myron sowie der „Wagenlenker“ (Museum von Delphi), eines der beeindruckendsten Bronzeoriginale der Antike. Von vielen Großplastiken dieser Zeit sind die Originale verschwunden, aber gute (zumeist römische) Kopien blieben erhalten.

Klassische Periode (450-390 v. Chr.) Den Höhepunkt klassischer Kulturleistung in Griechenland erreicht nur Athen. Es entstehen auf der Athener Akropolis der unter Mitwirkung des bedeutenden Bildhauers Phidias geschaffene Parthenon, wohl das vollkommenste Bauwerk der Antike, sowie die Propyläen, der Niketempel und das Erechtheion und, bei der Agorä, das Theseion.

Spätklassische Periode (390-330v. Chr.)
Nach dem Peloponnesischen Krieg setzen sich in der griechischen Kunst bald neue Tendenzen durch. Während zum Beispiel in der Malerei der klassischen Periode die Körperlichkeit der Figuren im Vordergrund stand, wird nun das malerische Element betont. In der Skulptur tritt das Ideal hinter der Individualität zurück: Bildnisstatuen entstehen. Auch die Bemalung der Statuen setzt sich durch, von der nur noch kleine Tonskulpturen, die „Tanagrafiguren“, einen ungefähren Eindruck geben (hervorragender Überblick im Museum von Theben). Bei den Reliefs, besonders den Grabstelen, ist das kompositorische Motiv vorrangig: harmonisch werden die Figuren in einen architektonischen Rahmen gestellt. Die Epoche bringt überragende Künstler hervor, allen voran den großen Bildhauer Praxiteles („Hermes mit dem Dionysoskind“, „Aphrodite von Knidos“), ferner Skopas aus Paros (Giebelschmuck des Athenatempels von Tegea), Lysipp (sein „Apoxyömenos“, ein Jüngling, der sich nach einem Wettkampf mit dem Schabeisen reinigt, ist eine der gelungensten Figuren der Antike; Kopien im Vatikan und in Fiesole) und Leöchares, einen Zeitgenossen des Praxiteles („Apollo von Belvedere“, Kopie im Vatikan).

Hellenismus (330-146 v. Chr.) Der Hellenismus ist die Kultur des von Alexander dem Großen gegründeten Weltreiches und seiner Nachfolgestaaten. Die Kunstzentren verlagern sich an die Peripherie der griechischen Welt, u. a. nach Rhodos, Pergamon, Alexandria (Zeusaltar von Pergamon im PergamonMuseum in Berlin). Das plastische Werk „Aphrodite, Pan und Eros“ befindet sich in Athen. Allgemein zeigt sich in der Plastik ein gesteigerter Realismus, ein gewisser Hang zum Pathos und eine manchmal übermäßig verfeinerte Eleganz.

Römische Zeit (146 v. Chr. – 395 n. Chr.)
Vor allem Kaiser Hadrian (117 – 138 n. Chr.) entwickelt in mehreren griechischen Städten eine rege Bautätigkeit. So entstehen in Athen das Olympieion und der Hadriansbogen und etwas später das Odeion des Herodes Attikus (um 160). Eine der schönsten Plastiken aus dieser Zeit und charakteristisch für den Geist dieser Epoche ist die gut erhaltene Statue des Antinoos (130-138 n. Chr.) im Museum von Delphi. Sie gehört zu den besten Statuen dieses durch seine Schönheit berühmten Jünglings, der überall in Griechenland als Halbgott verehrt wurde.

Byzantinische Zeit (395-1456) Aus dieser Zeit blieben in Griechenland zahlreiche künstlerisch bedeutende Kirchen und Klöster mit zum Teil prachtvollen Mosaiken und Fresken erhalten. So stammen die meisten byzantinischen Kirchen und Klöster in und um Athen aus den letzten Jahrhunderten des Römischen Reiches. Einen Höhepunkt byzantinischer Architektur und Mosaikkunst stellt das Kloster Osios Lukas (10-11. Jh.) dar, ferner die Kirchen von Arta sowie die Klosteranlagen von Met6ora, die zu den größten Sehenswürdigkeiten des Landes gehören.